Internationaler Markt
Die Handelspolitik der Trump-Regierung bestimmt zur Wochenmitte den Ölmarkt – konkret das Warten auf die bevorstehenden Zollankündigungen aus Washington. Die Reaktion der Märkte ist offen. An den Ölbörsen üben sich die Trader im Vorfeld in Zurückhaltung. Nach dem Preisanstieg am Montag folgte gestern Abend eine Abwärtskorrektur. Brent-Rohöl steht derzeit bei 73,40 Dollar je Barrel.
Um 15 Uhr Ortszeit wird US-Präsident Donald Trump seine Pläne verkünden. Die Zölle sollen umgehend in Kraft treten. Dabei geht es um eine ganze Reihe möglicher Zölle, darunter pauschale Zusatzzölle in Höhe von 20 Prozent sowie Strafzölle gegen Käufer von Öl aus Venezuela. In Europa wird es zu diesem Zeitpunkt bereits später Abend sein, sodass sich die Marktreaktion erst am Donnerstagmorgen vollumfänglich bemerkbar machen wird.
Sowohl die EU als auch China scheinen zunächst einen besonnen Kurs einzuschlagen. Sie wollen nicht sofort mit Gegenzöllen zurückschlagen, sondern vorerst den Dialog suchen. Damit spricht einiges dafür, dass die Marktreaktion zunächst nicht all zu stark ausfallen dürfte. Sollten die Verhandlungen allerdings scheitern, könnten Handelskrieg und Zollchaos die Ölpreise erheblich unter Druck setzen.
Heute Morgen dämpft die aktuelle Marktentwicklung in den USA die Ölnotierungen. Der Interessenverband API meldete gestern noch zu später Stunde einen deutlichen Anstieg der US-Rohölbestände. Während die Analysten für die abgelaufene Woche einen Rückgang der Rohölvorräte um 0,7 Millionen Barrel prognostiziert hatten, geht API von Bestandsaufbauten um 6 Millionen Barrel aus. Die Marktteilnehmer warten nun auf die Veröffentlichung der detaillierten Bestandsdaten aus dem offiziellen Bericht des Energieministeriums am Nachmittag. Noch ist unklar, ob sich dieser preisdämpfende Impuls behaupten kann.
Es bleibt heute spannend, wie sich die neuen Zölle auf die Preisentwicklung auswirken werden. Die Notierungen haben am frühen Morgen bereits ihr weiteres Abwärtspotenzial getestet. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 71,10 Dollar. Brent kostet 74,37 US-Dollar das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 683,00 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,9258 Euro. Damit ist der Euro für 1,0798 Dollar zu haben.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise bewegen sich im Vorfeld der US-Zollankündigungen kaum. Auch der Binnenmarkt wartet heute auf neue Impulse, die durch Trumps geplante Zölle ausgelöst werden könnten. Die aktuelle Heizölpreis-Tendenzzeigt am Morgen einen bundesweiten Durchschnittspreis von rund 93,30 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Die Bestelleuphorie der ersten Märzhälfte ist abgeklungen. Die Kaufaktivitäten der Heizölkunden liegen derzeit auf durchschnittlichem Niveau, während ihre Hoffnung auf einen Preisrückgang vergleichsweise schwach ausgeprägt ist.
Das Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt eine mittlere Kaufbereitschaft. Es misst die tatsächlich aufgegebenen Bestellungen nach einer Preisanfrage. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten 69 Prozent der Befragten künftig sinkende Preise.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer jetzt Heizöl braucht, findet weiterhin moderate Preise vor. Sollte der Zollstreit in den nächsten Tagen eskalieren, so dürfte das die internationalen Ölpreise unter Druck setzen und auch Heizöl vergünstigen.
Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.
Quelle: esyoil